Wer neue Heilmittel scheut, muss alte Übel dulden.

Inkontinenz: Urinverlust          Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz

Die Inkontinenz kann in verschiedenen Formen auftreten.

  • Circa 80% der Betroffenen leiden unter der Belastungs- oder Stressinkontinenz. Bei dieser bei Frauen am häufigsten auftretenden Inkontinenzform tritt der Harnverlust bei leichter körperlicher Beanspruchung auf, z. B. beim Lachen, Husten, Niesen oder schwerem Heben auf. Der Druck im Bauch und somit auf die Blase steigt an, der Schließmuskel kann nicht mehr dicht schließen und ungewollt tritt Harn aus. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Inkontinenzform. Schwangerschaften, Geburten, Übergewicht oder hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren können diese Muskelschwäche verursachen. Das durchschnittliche Alter der betroffenen Frauen liegt bei 47,3 Jahren. Ein weiterer Grund ist eine Senkung der weiblichen Organe im Becken. Im gesunden Zustand halten Muskeln und Bänder die Blase, Gebärmutter und Vagina an ihrer richtigen Position. Im Falle der Belastungsinkontinenz sind diese Muskeln nicht mehr stark genug und die Organe rutschen tiefer, was die Schließfunktion erschwert.


Je nach Schwere unterscheidet man 3 verschiedene Grade der Belastungsinkontinenz:

    • Grad I: Harnabgang bei starker Drucksteigerung im Bauch, z. B. Husten, Lachen, Niesen, körperlicher Belastung
    • Grad II: Harnabgang bei mäßiger Drucksteigerung im Bauch, z. B. Aufstehen, Hinsetzen, Laufen, Treppensteigen
    • Grad III: Harnabgang bei leichter Drucksteigerung im Bauch bei Sitzen, Stehen und im Liegen
Wenn die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kommt bei Belastungsinkontinenz und /oder Senkungszuständen eine Operation in Betracht. Um die Operation zugleich effektiv und möglichst schonend durchzuführen, halten wir uns an folgende Prinzipien:
  • Wenn von der Patientin gewünscht und durchführbar, operieren wir so, dass die Gebärmutter erhalten bleibt.                           
  • Dies ist mit der CESA-Operationsmethode auch bei ausgeprägter Gebärmuttersenkung sehr gut möglich.
  • Wir vermeiden offene Bauchschnitte und setzen auf minimal-invasive laparoskopische (Bauchspiegelung) und vaginale Verfahren
  • Zur Therapie von Genitalsenkungen vermeiden wir den Einsatz von Netzen bei vaginalen Operationen.

Bei der operativen Behandlung der Belastungsinkontinenz führen wir die vaginale Bandeinlage (TVT) , laparoskopische Burch-Kolposuspension und die Harnröhrenunterspritzung durch.

 

Eine weitere relativ häufige Inkontinenzform ist die Dranginkontinenz. Das Symptom ist ein häufiger, starker Harndrang. .